Interdisziplinäre Fortbildung

Interdisziplinäre Fortbildung

Erkrankungen des Gehirns werden traditionell immer noch danach unterschieden, ob es sich um neurologische (wie Alzheimer-Krankheit, Epilepsie, Hirntumor-Erkrankungen, Multiple Sklerose, Parkinson-Krankheit, Schlaganfall) oder psychiatrische Erkrankungen (wie ADHS, Angsterkrankungen, Autismus-Spektrum-Störungen, Depression, Schizophrenie, Sucht-, Zwangserkrankungen) handelt. Demgemäß hat auch noch die Einteilung in die medizinischen Fachgebiete Neurologie und Psychiatrie Bestand.

Heute weiß man jedoch, dass psychische genauso wie neurologische Erkrankungen auf Störungen der chemischen Informationsübertragung in bestimmten Gehirnbereichen beruhen, die durch Fehlfunktionen diskreter neuronaler Schaltkreise oder distinkte strukturelle Schädigungen hervorgerufen werden. Vor diesem Hintergrund soll erstmals ein Kongress stattfinden, der fächer- und disziplinübergreifend zertifizierte Fortbildungen, praxisorientierte und evidenzbasierte Updates über die neuesten diagnostischen und therapeutischen Entwicklungen vermittelt.

Unter anderem sollen folgende Themen abgehandelt werden:

  • Aktuelle nationale und internationale Arzneimittelstudien
  • Ätiologie, Diagnostik und Therapie demenzieller Syndrome
  • Betrachtungen zu Geist und Gehirn aus philosophischer und neurobiologischer Sicht
  • Depression, mehr als eine psychische Erkrankung
  • Diagnose und neue Therapien von primären Kopfschmerzen
  • Evidenz zur Wirksamkeit von Cannabis
  • Evidenz zur Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln
  • Gibt es „Digitale Demenz“?
  • Möglichkeiten zur Optimierung der Neuro- / Psychopharmakotherapie
  • Neue Therapien von seltenen Erkrankungen des Gehirns
  • Ressourcenallokation bei seltenen Erkrankungen
  • Soziale Interaktion und psychische Erkrankungen
  • Update Parkinson

Tipp

Zum Auftakt des Kongresses wird es ein knappes Resümee zum Stand der Debatte um das Verhältnis von Geist und Gehirn aus neurowissenschaftlicher und philosophischer Sicht geben. Anschließend findet unter der Moderation von Prof. Dr. med. Dr. phil. Johannes Thome eine interdisziplinäre Diskussion zur Deutungsmacht in Bezug auf den menschlichen Geist statt.